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rad_des_lebens

Hochfeste

Wenn wir uns mit vorchristlichen Religionen, mit Magie und mit den alten Festen unserer Vorfahren befassen, dann stoßen wir sehr schnell an die wissenschaftlich belegbaren Grenzen. Unsere Vorfahren haben keine schriftlichen Zeugnisse ihrer rituellen Handlungen hinterlassen. So gibt es zwar Berichte von Reisenden, von Eroberern, doch diese sind in der Regel entsprechend den Ansichten der Verfasser gefärbt oder erst in christlicher Zeit von Mönchen niedergeschrieben worden, denen das Verständnis fehlte oder sie liegen so tief in der Zeit begraben, das wir sie nie mehr erfahren werden. Wenn wir also nach unseren spirituellen Wurzeln suchen, so geschieht dies einzig und alleine auf einer emphatischen Ebene. Die Emphatie ist in diesem Bereich und in der Magie eine Grundvorausetzung . Wenn wir uns also den Hochfesten annähern wollen, werden wir nicht umhin kommen uns in die Zeit zu versetzen in denen sie entstanden und uns in das Leben und Empfinden unserer Ahnen hineinzufinden.

Hochfeste sind die Feste im Jahr die besonders gefeiert werden. Sie markieren im Kreislauf des Jahres besondere Punkte, an denen sich etwas verändert. Im Laufe der Zeit haben sich 8 Hochfeste herausgebildet, doch können wir davon ausgehen das es mit zwei Festen begonnen hat. Wenn wir uns auf unsere Vorfahren konzentrieren und versuchen ihre Intentionen für ihre Feste zu erfahren können wir uns nicht auf historische Quellen beziehen, wir müssen uns anhand von Bauwerken ( Ausrichtung  nach Sonnenwenden etc. ) ,durch Empathie und natürlich durch unser Vorstellungsvermögen ein Bild machen.

  

Als ersten werden wir wohl zwei Feste in den ersten nomadisierenden Viehzüchterkulturen vorfinden. Für Viehzüchter ist es wichtig eine Zeit festzulegen in der das Vieh frei auf die Weiden kann und einen Termin an dem das Vieh wieder in die Nähe der Menschen muß, bzw. bei den seßhaften Viehzüchtern in die Ställe der Langhäuser. Somit wird als erstes der Sommerbeginn (Beltane) und der Winterbeginn ( Samhain ) gefeiert.

 

Auch die Tagesstruktur wurde anders organisiert, so begann der neue Tag immer mit dem Sonnenuntergang. Deshalb feiern wir auch heute unsere Feste immer am “Vorabend” also in der Nacht z.B. Walpurgisnacht am 30.04. zu Beltane am 1. Mai.

 

Wir können davon ausgehen das der 1. Mai der älteste Feiertag in Europa, denn als Sommerbeginn war es das Fest des Lebens, da der Sommer für die frühen Menschenkulturen Wärme und Essen gewährleistete.

 

Mit der Weiterentwicklung der Menschheit zu einer Gesellschaft aus Bauern und Viehzüchter haben sich dann 4 Feste etabliert. Der Bauer der Landwirtschaft betreibt benötigt andere Fixpunkte als der Viehzüchter. Nun kommen die solaren Feste ins Spiel. Die Äquinoktien Ostara ( Frühlingstagundnachtgleiche) als der Fixpunkt nachdem die Saat in die Erde kommt und Mabon (als Abschluß der Erntesaison und damit Danksagung).

Nachdem nun also die Sonne den Mond als Zeiteinteilung verdrängt hat, rückt natürlich auch der Zenit der Sonne in den Mittelpunkt, Sommer und Wintersonnenwende kommen dazu. Der immer größer werdende Anteil an Getreide erfordert ein weiters Fest und somit ist Lughnasadh als Erntefest und Opfer des Kornkönigs ein weiterer Bestandteil des heidnischen Jahres. Doch kein Fest ohne Pendant und damit entwickelt sind sich Imbolc oder Brigidh als Fest des wiederkehren des Lichtes.

 

Somit kommen wir zu dem Rad des Lebens mit 8 Speichen. Vier davon orientieren sich an dem solaren Prinzip und vier Feste markieren die Zwischenzeiten, die für die Menschen wichtige Zeitpunkte markierten, wie Imbolc ( Brighidh ) am 1. oder 2. Februar, das in die Zeit fällt, wenn die Lämmer geboren werden, die ersten Blumen durch die Schneedecke sprießen und das Licht nun merklich wieder zurückgekehrt ist.