selbstportrait_300

Vorwort

Die Jahrhunderte haben den Hexen und nicht christlichen Menschen, den Heiden, viel Leid und Unterdrückung beschert. Viel wurde uns durch die Christenheit angedichtet. So wurde den Hexen der Umgang mit dem Teufel unterstellt, der aber eine der ureigensten Schöpfungen der christlichen Mythologie ist. Hexen praktizieren Schwarze Magie gegen die Menschen, um ihre Seelen dem Teufel zuzuführen. All dies ist barer Unsinn und widerspricht der strengen Ethik der Hexen.

 

Eine Hexe muss kein Heide sein und ein Heide keine Hexe. Doch vielfach verbinden sich beide Aspekte zusammen. Heidentum heißt eigentlich nur, das wir nicht dem Christentum verpflichtet sind und außerhalb dieser Sekte stehen. Letztendlich ist der Begriff Heidentum eine Definition, die Christen als “Hüter der alleinigen wahren Religion” uns übergestülpt haben, bzw. allen, die einen nicht christlichen Glauben haben.

 

Ein kurzer Abriss

 Die Religion der Hexen bzw. des WICCA hat ihre Wurzeln in der Naturreligion. Seit frühester Zeit beten die Menschen zur ”Großen Göttin" , zur Mutter der Menschheit. Schon seit der prähistorischen Zeit sind Funde bekannt die das belegen. Figurinen mit überdimensionalen weiblichen Attributen bezeugen die Ehrfurcht der Menschen vor dem weiblichen Schöpfungsakt. Für die damaligen Menschen war die Geburt von neuem Leben ein magischer Akt und somit war es nur logisch, das dass göttliche Wesen weiblich war. Daraus resultiert auch der gesellschaftliche Aufbau früher menschlicher Gemeinschaften, die sich matriarchal organisierten. Doch mit der Weiterentwicklung der Menschheit wurde diese Organisationsform der Menschheit langsam aber sicher verdrängt. 

 

Die Männer übernahmen die Macht in den Stämmen und formten sich Ihre eigene Religion. Bedingt durch kriegerische Auseinandersetzungen, gewannen die Götter im Pantheon immer mehr Macht. Der Krieg wurde der Vater aller Dinge und so schwand der Einfluss der Frauen und der Göttin. In den Mythologien der Völker ist dieser Prozess sehr eindrucksvoll beschrieben. In der babylonischen Mythologie kommt es zum Kampf zwischen der Göttin und Urmutter Tiamat und dem mesopotamischen König Marduk. Tiamat ist hier nicht mehr die gütige Mutter, sondern die zerstörerische weibliche Kraft gegen die Marduk ins Feld zieht. Marduk siegt und zerstückelt Tiamat. Er schafft eine neue Welt aus ihrem Körper, Himmel und Erde. Diese neue Welt des Patriarchats ist eine Welt in der nichts mehr eine Einheit ist. So wie der Körper der Tiamat zerstückelt wurde, so wurde auch die Seele der Menschen zerstückelt. Diese Anfänge des Patriarchats führten dazu, das dass Göttliche von der Erde in den Himmel verbannt wurde. Doch wenn das Göttliche nicht mehr auf Erden weilt, so kann man den Wesen der Erde auch keinen Respekt mehr zollen und so wird alles zum Freiwild erklärt. Der Baum im Vorgarten wird gedankenlos gefällt, weil er im Herbst mit seinen Blättern die Straße verdreckt". Sein Leben wird nicht ehrfurchtsvoll beendet um Leben zu erhalten, um im Winter Feuerholz zu sein, um Haus zu sein, nein er stört. Wälder werden gerodet um Autobahnen durch das Land zu ziehen, damit mensch noch mehr Kilometer im Urlaub zurücklegen kann!

 

Der Mensch hat den Respekt vor der Natur und somit auch vor sich selber verloren! Sicher muss man einräumen dass das WICCA  nicht bis in die Steinzeit zurückzuverfolgen ist. Sicher ist sie, so wie wir sie heute kennen eine junge Religion, die Gerald Gardner gestaltet hat, allerdings mit uralten Wurzeln. Doch müssen wir eines berücksichtigen, das wir vieles aus unserem uralten Wissen schöpfen aus einem Erfahrungsschatz der viele Leben zurück reicht.

 

Philosophie der Hexen

Für uns Hexen ist die Trennung von der göttlichen Natur ein Zustand, den wir nicht akzeptieren können. Wir respektieren auch die patriarchalische Ordnung der Welt nicht und die Gewaltsysteme, die daraus resultieren. Hexen respektieren die Natur und verehren die Vielfalt der Natur. Hexen lieben die Vielfalt der menschlichen Existenz . So ist auch die Religion der Hexen auf der einen Seite sehr individuell, auf der anderer Seite aber universal in allen Völkern und Stämmen vertreten. Es gibt kein gemeinsames Buch auf das wir uns stützen können, wie Christen, Juden oder Moslems. Wir WICCA-Hexen lernen durch unser Leben und das was wir erleben. Wir lernen durch die Magie, durch Meditationen und durch Rituale, die uns mit der Göttin und Ihrer Kraft verbinden.

 

Die Dreierregel

Die Ethik der Hexen ist sehr einfach zu verstehen und man bezeichnet sie als die Dreierregel. Alles was Du als Hexe tust, wird dir dreifach zurückgegeben. Jede Tat, jeder Gedanke hat einen Ursprung und ein Ziel. Denn unsere Magie ist eine Kraft die gezielt eingesetzt werden kann. Doch jede Kraft kann auch zu ihrem Ursprung zurückkehren. Diese einfache Regel weist uns an nichts unüberlegtes zu tun, da uns das Ergebnis dreifach wieder ereilt. Tun wir etwas Böses, so wird uns die Kraft der bösen Tat dreifach ereilen Tun wir Gutes, so wird uns die Kraft der guten Tat dreifach ereilen. Eine wahre Hexe wird sich anhand dieser Regel hüten Böses zu tun. Böse Zauber oder gar Blutopfer, wie sie von Satanisten vollzogen werden sind für Hexen undenkbar.

 

Wiedergeburt und Sterblichkeit

Wir Hexen glauben an die Wiedergeburt. Wir leben auf dieser Erde um zu lernen und uns verschiedenen Aufgaben zu stellen. Die Vorstellung der Christen, geboren zu werden, ein Leben zu absolvieren und dann der Gnade des Herrn ausgeliefert zu sein, ob man/frau nun in den Himmel oder in die Hölle kommt ist uns fremd. Wir kennen auch nicht den Begriff der Erbsünde und der Schuld, der die Menschen schon schlecht und sündig auf die Erde kommen lässt. Wir sagen das alle Menschen den freien Willen haben ihr leben so zu gestalten wie sie es wünschen und Rein und ohne Schuld auf die Erde kommen. Wir werden in unserem Leben viele Entscheidungen treffen müssen und auch viele Fehler machen, doch wenn wir sterben und ins Sommerland zurückkehren, werden wir über unsere Taten nicht gerichtet, aber wir müssen uns über unsere Taten Rechenschaft ablegen. In unserem nächsten Leben werden wir dann wieder mit Situationen konfrontiert die wieder Entscheidungen erfordern. So werden wir nicht bestraft, sondern wir müssen lernen mit den Kräften die wir haben umzugehen und sie sinnvoll einzusetzen. Das Leben ist eine Schule die es uns ermöglicht zu lernen und uns weiterzuentwickeln. Es ist nicht begrenzt und nach dem Tod ewig. Sondern der Tod ist nur der Übergang von einer Form des Lebens zu einer anderen.

 

Ursache und Wirkung

Jede Wirklichkeit die wir erleben wird durch unser Handeln oder das Handeln anderer erzeugt. Die Analyse von Ursache und Wirkung erlaubt es uns die Welt zu verstehen. Sie erlaubt es uns die Fäden der Magie zu weben um die Wirklichkeit zu verändern.

 

Vergeltung und Ethik

Jeder Gedanke der gedacht wird, jede Tat die ausgeführt wird hat Auswirkungen auf unsere Umwelt und auch auf uns. So ist es für eine Hexe wichtig sich genau zu überlegen was sie machen will. Denn wie die Dreierregel es beschreibt, wird jede Tat dreimal vergolten im Guten wie im Bösen. Unser Handeln und unsere Magie verändert die Welt und so haben wir die Verantwortung für unser Handeln.